Trainingslager 2026 – gesehen durch die (leicht leidenden) Augen eines Athleten
Zum ersten Mal seit der COVID-19-Pandemie durften wir uns wieder offiziell im Trainingslager quälen – äh, optimal auf die Saison vorbereiten. Das Besondere: Keiner von uns neun Athletinnen und Athleten war jemals zuvor bei einem Trainingslager dabei. Dafür hatten wir alle schon die legendären Geschichten gehört… und sagen wir mal so: Die Realität hat die Erwartungen nicht enttäuscht – eher deutlich übertroffen.
Vier Trainerinnen und Trainer standen bereit – vermutlich mit dem festen Ziel, unseren Mythos vom „coolen Trainingslager“ schnell durch „komplette Zerstörung“ zu ersetzen. Oder wie sie es wahrscheinlich nennen würden: die einmalige Gelegenheit, all die Übungen und Trainingsmethoden auszuprobieren, die sie schon immer mal an uns testen wollten.
Montag:
Erster Tag – Treffpunkt Sporthalle. Alle noch motiviert, leicht nervös und vor allem: voller falscher Hoffnungen. Nach dem Aufwärmen ging’s direkt über die Hürden. Die schlimmste Disziplin gleich zuerst – danke dafür. Technisch anspruchsvoll? Ja. Sah es gut aus? Zumindest in unserer Vorstellung.
Nach Nudeln zum Mittag (kurzer Moment des Glücks) wurde in der Pause Fußball gespielt – überraschend intensiv für Leute, die eigentlich Energie sparen sollten. Tic Tac Toe als Sprintspiel ließ uns unsere Entscheidung für Fußball statt Chillen auf der Hochsprungmatte kurz hinterfragen und zeigte uns ziemlich deutlich unsere Grenzen auf.
Beim Kugelstoßen wagten wir uns mutig an die für uns neue Drehstoß-Technik heran. Schnell wurde klar: Mut ersetzt leider keine perfekt eingeübte Koordination. Theorie ist das eine – sich nicht wie ein orientierungsloser Kreisel zu fühlen, das andere.
Partnerakrobatik als etwas andere Trainingseinheit zeigte uns anschließend sehr deutlich, dass „Körperspannung“ kein optionales Feature ist.
Nochmal Hürden – vielleicht klappt es ja diesmal besser… Spoiler: nur bedingt. Danach ging’s ins Schwimmbad – auch hier galt: erst die Arbeit (Sportabzeichen), dann das Vergnügen (Planschen und Sprungtürme).
Am Ende des Tages waren wir komplett fertig und fragten uns leise: Wie haben andere diese „legendären“ Trainingslager bitte überlebt?
Dienstag:
9:00 Uhr wieder antreten – der Muskelkater hat sich inzwischen offiziell vorgestellt und bleibt erstmal.
Weitsprung auf einer Mattenkonstruktion, die leicht experimentell wirkte und vor jedem Sprung für kurze Panikmomente sorgte. Aber hey – angeblich hat es unsere Technik verbessert. Sagen zumindest die Trainer.
Wraps zum Mittag (Top!), danach wieder Fußball – gleiche Teams, gleiche Diskussionen, gleicher Ehrgeiz und wieder die gleiche dumme Idee, obwohl wir eigentlich Energie sparen wollten.
Beim Risikosprint wurde dann klar: Unser Selbstvertrauen ist manchmal deutlich schneller als wir selbst.
Speerwurf… erstmal ohne Speer. Macht total Sinn – zumindest laut Trainerteam. Warum man uns nicht direkt ein potenziell gefährliches Gerät in die Hand gibt, bleibt wohl ein Rätsel. Später flogen dann doch noch einige Speer-Imitate durch die Halle.
Beim Diskuswurf stellte sich das bekannte Gefühl des orientierungslosen Kreisels wieder ein. Einige Würfe erinnerten eher an Frisbee im Park – gefühlt waren wir aber alle Robert Harting.
Mittwoch:
Koordinationszirkel – überraschend gnädig, fast schon entspannend. Danach Gruppentraining: Hürden oder Diskus. Egal wofür man sich entschied, es tat irgendwo weh.
Hochsprung folgte – elegant geplant, unterschiedlich umgesetzt.
Dann endlich raus: echter Speerwurf! Plötzlich wurde aus „Spaß“ ganz schnell „Respekt vor dem Gerät“. Aber mal ehrlich: Mit so einem Speer in der Hand fühlt man sich direkt wie ein Olympionike.
Zurück in der Halle: Kugelstoßen mit echten Kugeln – und plötzlich fühlte sich alles doppelt so schwer an wie am Montag. Ob das an den Kugeln lag oder am fortgeschrittenen Muskelkater? Wir wissen es nicht.
Nach Krafttraining kam der Endgegner: Waldlauf. Spätestens hier wurde klar, warum die alten Trainingslager als „legendär“ bezeichnet wurden. Wer das schafft, kann alles schaffen: einen Marathon laufen, die Tour de France gewinnen oder direkt zum Mond fliegen.
Aber das Beste kommt immer zum Schluss:
Übernachtung in der Halle! Wer hat das schon mal gemacht? Hände hoch!
Nach Grillen und Snacks schauten wir Der Schuh des Manitu – vermutlich der einzige Moment, in dem niemand außer Atem war. Immerhin konnten wir hier auch mal die Lachmuskeln trainieren.
Die Nacht war… interessant. Einige schliefen gut, andere lernten neue Geräuschkulissen kennen (Stichwort: Schnarchen).
Donnerstag:
Frühstück, Dodgeball-Schlacht, Aufräumen – und plötzlich war alles vorbei.
Fazit aus Athletensicht:
Wir sind als Trainingslager-Neulinge mit großen Erwartungen gekommen…
und als offiziell eingeweihte Mitglieder der „legendären Trainingslager-Überlebenden“ gegangen.











